Wenn Reifen ausgedient haben

Wissenswerte Fakten zum Reifenwechsel

7. Dezember 2020

Autoreifen halten leider nicht ewig. Der natürliche Abrieb sorgt dafür, dass sich die Profiltiefe im Laufe der Zeit verringert und dadurch der Kauf neuer Reifen erforderlich wird.

Darüber hinaus ist nicht jeder Reifen gleichermaßen für jede Wetterlage geeignet. Während Fahrzeugbesitzer in südlicheren Gefilden nur eine Reifengarnitur benötigen, machen es die intensiveren Jahreszeiten hierzulande erforderlich, die Reifen zwei Mal jährlich zu wechseln. Was es sonst noch Wissenswertes zum Thema Reifenwechsel gibt, ist in den folgenden Zeilen zu lesen.

Wann müssen die Reifen in Deutschland gewechselt werden?
Über diese Frage wird von Fahrzeuglenkern hierzulande manchmal sehr eifrig diskutiert. Viele behaupten, im Oktober müssen auf alle Fälle Winterreifen aufgezogen werden.
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Die Straßenbedingungen haben einen sehr großen Einfluss auf das Verhalten der Reifen.

Doch gesetzlich vorgeschrieben ist das so nicht. Als Experte zu allen Fragen im Zusammenhang mit Reifen empfehlen wir Ihnen Winterreifen.net.  Dort ist die Antwort auf diese Frage folgendermaßen nachzulesen: In der Straßenverkehrsordnung (StVo) werden keine genauen Termine kommuniziert. In Deutschland gibt es eine sogenannte situative Reifenpflicht. Das bedeutet, dass die Autofahrer die Bereifung dann anpassen müssen, wenn die Straßenverhältnisse winterlich sind. Unter winterlich werden die folgenden Bedingungen verstanden:

•    Glatteis
•    Glätte durch Schnee und Matsch
•    Eis- und Reifglätte

Das Problem bei dieser Vorgabe ist, dass sich die winterlichen Verhältnisse nicht immer lange im Voraus prognostizieren lassen und oft innerhalb weniger Tage über eine bestimmte Gegend hereinbrechen können. Generell ist aber auch in Zeiten des Klimawandels davon auszugehen, dass es im Winter manchmal eisig und verschneit auf unseren Straßen werden kann. Aus diesem Grund raten viele Verkehrsexperten zur sogenannten „O bis O“-Regelung. Diese besagt, dass der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen im Oktober und der gegenteilige Wechsel zu Ostern stattfinden sollte.

Darüber hinaus müssen die Reifen unabhängig von der Jahreszeit gewechselt werden, wenn sie die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe unterschreiten oder Schäden aufweisen, die die Sicherheit beeinträchtigen könnten. Bei Felgen können Steinschläge und Lackablösungen mit „Smart Repair“ wieder auf Hochglanz gebracht werden. Bei den Reifen ist eine Reparatur in den meisten Fällen nicht möglich. Im Schadensfall empfiehlt sich deshalb unbedingt ein Tausch.

Welche Profiltiefe wird vom TÜV vorgeschrieben?
Egal ob Sommer- oder Winterreifen: Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 Millimetern. Der Gesetzgeber nimmt es hier so genau, weil sich die Rillen und Lamellen schnell abnutzen und die Straßenhaftung dabei rasant nachlässt. Das führt zu längeren Bremswegen, die gefährliche Situationen herbeiführen können.

Für ausreichend Sicherheit im Straßenverkehr raten Experten jedoch zu Reifen mit wesentlich mehr Profiltiefe. Bei Sommerreifen sollte sie mindestens drei Millimeter aufweisen, bei Winterreifen vier Millimeter und mehr. Vorsicht: In manchen Nachbarländern wie beispielsweise Österreich folgt auch der Gesetzgeber diesen Vorschlägen. Vor Auslandsreisen sollten deshalb auch die gesetzlichen Regelungen der Länder in Erfahrung gebracht werden, durch die gefahren wird.

Welche Konsequenzen hat das Fahren mit Reifen, die nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprechen?

Vor allem aus drei Gründen ist es nicht besonders schlau, die Vorschriften zu ignorieren:

•    Sicherheit: Bei trockenen Bedingungen sind die Auswirkungen noch nicht so schlimm, doch sobald die Straße regennass oder verschneit ist, werden die Bedingungen lebensgefährlich für den Fahrer und sein komplettes Umfeld. Bei entsprechenden Manövern wird es wesentlich schwieriger, das Fahrzeug unter Kontrolle zu halten. Darüber hinaus verlängert sich der Bremsweg massiv.

•    Bußgelder: Weisen die Reifen nicht die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe auf, droht ein Bußgeld in der Höhe von 75 Euro und ein Punkt in Flensburg, wenn die Polizei entsprechende Nachmessungen am Reifen vornimmt.  

•    Versicherung: Wer mit nicht ordnungsgemäßer Bereifung in einen Unfall verwickelt wird, läuft Gefahr, dass ihm vom Gericht grobe Fahrlässigkeit unterstellt wird. Das kann dazu führen, dass die kompletten Schadenskosten übernommen werden müssen.

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Schlechte Bereifung ist nicht nur gefährlich, sie kann im Falle eines Unfalls auch dazu führen, dass die kompletten Schadenskosten übernommen werden müssen.   


Gibt es nicht auch Ganzjahresreifen, die für alle Jahreszeiten geeignet sind?
Diese Ganzjahresreifen gibt es tatsächlich und sie ersparen den lästigen Reifenwechsel. Sie sind auch unter der Bezeichnung Allwetterreifen bekannt. Gegenüber Spezialbereifungen für bestimmte Jahreszeiten weisen sie unterschiedliche Vor- und Nachteile auf:

Vorteile:

  • Kein Stress durch häufiges Wechseln
  • Keine Kosten für Lagerung
  • Keine Kosten für Reifenwechsel

Nachteile:

  • Fahrverhalten schlechter als mit den jeweiligen Spezialreifen für die Jahreszeit
  • Höherer Geräuschpegel
  • Höherer Verschleiß

Aus diesem Grund sind sie vor allem für Wenigfahrer geeignet, die größtenteils in Gebieten unterwegs sind, in denen keine großen Temperaturschwankungen vorherrschen. Vor allem in der Stadt sind sie gut geeignet, da hier die Winterdienste oftmals rasch dafür sorgen, dass die Straßen von Eis und Schnee befreit werden. Wer es sich also leisten kann, das Auto im Bedarfsfall mal für einen oder zwei Tage stehen zu lassen, ist mit den Allwetterreifen gut beraten.

Was ist zu beachten, wenn die Reifen selbst gewechselt werden?
Der Reifenwechsel sollte grundsätzlich nur dann selbst durchgeführt werden, wenn ausreichend Erfahrung und Übung besteht. Denn Fehler wirken sich unmittelbar auf die Fahrsicherheit aus und können mitunter lebensgefährlich werden. Hier gilt: Je größer die Räder, desto größer auch die Gefahr. Vor allem bei SUVs empfiehlt sich deshalb die Fahrt in die Fachwerkstätte.

Folgendes Werkzeug wird für den Räderwechsel benötigt:

•    Wagenheber
•    Unterstellbock
•    Radkreuz
•    Drahtbürste
•    Schrauben (in einer Schachtel)
•    Felgenschlüssel
•    Drehmomentschlüssel

Vor dem Wechsel sollte unbedingt die Handbremse angezogen werden. Bei Automatik-Fahrzeugen muss der Hebel in die Stellung „P“ gebracht werden. Bei der Anbringung des Wagenhebers ist es ratsam, vorher in der Bedienungsanleitung nachzulesen, wo dieser beim jeweiligen Modell angesetzt werden muss. Nachdem der Reifenwechsel durchgeführt wurde, sollte die erste Ausfahrt Richtung Tankstelle gehen, um dort eine Reifendruckkontrolle durchzuführen und gegebenenfalls Luft nachzufüllen.

Nach etwa 50 Kilometern ist es ratsam, die Verschraubung bei allen Reifen noch einmal zu überprüfen und die Schrauben bei Bedarf nachzuziehen, falls sie sich gelockert haben. Die Räder sollten spätestens alle 10.000 Kilometer achsweise getauscht werden, damit eine gleichmäßige Abnutzung gewährleistet ist. Die Seite ist allerdings beizubehalten, der rechte Vorderreifen wird also auch rechts hinten montiert, ebenso die Reifen an der linken Seite. Bei unterschiedlichen Restprofiltiefen sollten jene Reifen mit der größeren Profiltiefe immer an der Hinterachse montiert werden.

07.12.20 Redaktion smart-repair.de

Bildquelle: Pixabay.com © HutchRock CCO Public Domain - Pixabay.com © RitaE CCO Public Domain

Autor: AUTO.net GLASinnovation
Quelle: AUTO.net GLASinnovation gmbh

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