Hilfreich oder überflüssig?

Parkschadenversicherung

Die meisten Autofahrer sind Schrammen und Dellen als Parkschäden an ihrem Fahrzeug gewohnt. Doch häufig herrscht allerdings Unwissenheit dahingehend, ob ein Parkplatzschaden über die Versicherung reguliert werden kann.

Oft ist ein solcher Parkschaden zwar klein, doch der Ärger darüber meist weitaus größer. Nicht weniger belastend ist bei vielen die Frage, wie ein solcher Zwischenfall am besten zu regeln ist bzw. ob die Kaskoversicherung die Kosten für die Reparatur trägt.

Wer nur einen Haftpflichtschutz abgeschlossen hat, dem ist es nicht möglich, den Parkplatzschaden über diese Versicherung zu regulieren. Er muss die gesamten Reparaturkosten für die Parkschäden am Fahrzeug selbst zahlen. Die Haftpflichtversicherung kommt dafür nicht auf.

Auch wenn ein Parkschaden über die Teilkasko unter Umständen abgesichert ist, kann sich eine Parkschadenversicherung lohnen. Grundsätzlich ist dies über eine Voll- oder Teilkaskoversicherung möglich, daher ist es durchaus sinnvoll, einen Parkschaden der Versicherung zu melden. Für die Reparatur muss der Kunde jedoch teilweise mindestens 150 Euro zuzahlen. Zusätzlich droht eine Hochstufung des Kfz-Halters, sodass die Reparatur nicht selten aus Sorge vor dem Verlust des Schadensfreiheitsrabatts aus eigener Tasche gezahlt wird und die Kaskoversicherung für das Kfz nicht in Anspruch genommen wird.

Doch einige Autoversicherer bieten eine sogenannte Parkschadenversicherung an, welche entweder gegen einen Aufpreis als Option zu einem Tarif einer Teil- oder Vollkaskoversicherung vom Kfz hinzugebucht werden kann oder bei Neuabschluss eines Versicherungspaketes automatisch enthalten ist.

Parkschadenversicherung – Modelle und Regulierungsverfahren
Entscheidet sich ein Fahrzeugbesitzer, nicht selbst für den Kratzer oder die Beule aufzukommen, muss er zunächst den Parkunfall der Versicherung melden. Je nach Versicherer kann ein dabei verursachter Parkschaden in einem Vollkasko- oder einem Teilkaskopaket integriert sein. Hierbei muss der Kunde jedoch immer die entsprechenden Konditionen berücksichtigen. Während es Versicherungen gibt, in denen die Teilkasko einen Parkschaden abdeckt, ohne dass der Schadensfreiheitsrabatt beeinflusst wird, existieren auch Varianten, bei denen die Beiträge nach einer solchen Regulierung abgehoben werden.

Zu beachten ist außerdem, dass auch eine Vollkaskoversicherung nicht jeden Parkschaden vollumfänglich übernimmt. Bei der Regulierung vom Schaden begrenzt manch eine Versicherung den Parkschaden nämlich auf Beschädigungen an bestimmten Karosserieteilen, schließt Gebrauchtfahrzeuge aus oder sieht nur jährlich einmal eine derartige Inanspruchnahme vor.

Eine umfangreichere Absicherung gewährt da die spezielle Parkschadenversicherung, auch Parkplatzversicherung genannt. Hierbei erfolgt eine Reparaturkostenübernahme für kleine Schäden, die im Rahmen eines Parkvorganges entstanden sind. Die Parkschadenversicherung übernimmt die Beseitigung kleiner Schäden mittels Smart-Repair. Eine solche Versicherung lässt den Parkschaden in der Regel zu günstigen Konditionen in ausgewählten Partnerfirmen beheben. Bezeichnet werden derartige Reparaturverfahren im Rahmen einer Parkschadenversicherung als Smart-Repair. Der Kunde zahlt dann üblicherweise einen geringen, pauschalen Betrag dazu.

Das Problematische ist nämlich, dass es im Zusammenhang mit einem Parkschaden häufig zu Fahrerflucht kommt. Die Versicherung des Unfallverursachers kann demzufolge nicht in Anspruch genommen werden. Gerade in solchen Fällen ist eine Parkschadenversicherung hilfreich.

Ist eine Parkschadenversicherung sinnvoll?
Das Praktische an der Parkschadenversicherung ist, dass bei vielen Anbietern nicht nur durch einen Unfall, sondern auch mutwillig verursachte Schäden übernommen werden. Eine abgebrochene Antenne kann der Geschädigte ebenso dem Versicherer melden wie einen abgetretenen Spiegel.

Eine Parkschadenversicherung mag sich daher vor allem für diejenigen Kfz-Besitzer lohnen, die ihr Fahrzeug regelmäßig auf öffentlichen Parkplätzen abstellen und auch nachts ihren Wagen nicht auf Privatgelände parken. Die Gefahr, hier Opfer von Vandalismus oder auch mutwilligen Beschädigungen zu werden, ist weitaus höher als für Pkw-Halter, die eine Garage besitzen.

 

 

   Ihre Alexandra Goeke Redaktion smart-repair.de 13.12.2018

 

 

 

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Autor: AUTO.net GLASinnovation
Quelle: Bussgeldkatalog

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