Gut gemeint, schlecht poliert:

Aufbereitung in Eigenregie boomt

Doch falsch eingesetzte Polituren können Originalsubstanz und Wert gefährden. Porsche-Experte Michael Schnabl erklärt, warum manchmal sogar ein Kratzer bleiben sollte.

Immer mehr Pflegeprodukte versprechen auch Laien professionelle Ergebnisse bei der Fahrzeugaufbereitung. Doch gerade bei Oldtimern und hochwertigen Fahrzeugen beobachtet Porsche-Experte Michael Schnabl von der Firma „Motorlegenden“ zunehmend Lackschäden, die erst durch die unsachgemäße Bearbeitung entstanden sind. Zu abrasive Polituren, kratzige Pads oder falsch eingesetzte Reiniger können die Originalsubstanz unwiederbringlich zerstören – und damit im schlimmsten Fall den Fahrzeugwert beeinträchtigen.

Polieren, Flugrost entfernen, Kratzer beseitigen: Was früher überwiegend Profis überlassen wurde, lässt sich heute mit unzähligen Produkten und Anleitungen vermeintlich einfach selbst erledigen. Michael Schnabl, Geschäftsführer von Motorlegenden und seit vielen Jahren auf die Vermarktung von hochwertigen Porsche und Sammlerfahrzeugen spezialisiert, sieht diese Entwicklung kritisch.
„Wir sehen immer wieder Fahrzeuge, bei denen eigentlich nur ein kleiner optischer Makel beseitigt werden sollte und das Ergebnis hinterher mangelhafter ist als zuvor. Das ist dann nur noch schwer zu beheben.“, berichtet Schnabl. „Das Problem ist nicht, dass die Verbraucher heute zu wenig Möglichkeiten haben. Sie haben eher zu viele, ohne beurteilen zu können, was ihr Lack tatsächlich verträgt.“


Schonende Fahrzeugaufbereitung: Glanz bewahren, Originalsubstanz schützen (Bildquelle: Motorlegenden)

Wenn der Kratzer weg ist – und der Klarlack gleich mit

Besonders riskant ist der unkontrollierte Einsatz von Polituren. Denn Polieren bedeutet nicht, dass ein Kratzer einfach „verschwindet“. Vielmehr wird Lackmaterial abgetragen, um die Oberfläche anzugleichen. Vor allem bei bereits mehrfach polierten Fahrzeugen kann die verbliebene Lackreserve gering sein.
Profis prüfen deshalb vor einer intensiveren Korrektur unter anderem Lackzustand und Lackdicke und stimmen Politur, Pad und Maschine darauf ab. Auch Temperaturentwicklung und Karosseriekanten müssen berücksichtigt werden.
Bei historischen Fahrzeugen kommt hinzu, ob eine vollständige Korrektur überhaupt wünschenswert ist.
„Bei einem normalen Gebrauchtwagen lautet die Frage vielleicht: Wie bekomme ich den Kratzer weg? Bei einem Sammlerfahrzeug lautet sie: Sollte ich ihn überhaupt vollständig entfernen?“, erklärt Schnabl. „Perfektion ist hier nicht automatisch das Ziel. Ein Kratzer lässt sich vielleicht entfernen – entscheidend ist aber, welchen Teil der Originalsubstanz ich dafür opfere.“

Auch Fahrzeugchemie birgt Risiken

Ähnliches gilt für Flugrost-, Felgen- oder Teerentferner, sowie saure und alkalische Reiniger. Falsche Konzentration, zu lange Einwirkzeit oder ungeeignete Kombination von Produkten können Lacke, Kunststoffe, Metalle oder andere Oberflächen angreifen und verfärben. Schnabl rät deshalb insbesondere bei Oldtimern, Sammlerfahrzeugen und hochwertigen gebrauchten Fahrzeugen dazu, zunächst mit einem Fachmann zu klären, welche Behandlung tatsächlich notwendig ist. Manchmal reicht eine leichte Politur, manchmal ist Smart Repair sinnvoll. Hierbei wird gezielt nur der beschädigte Bereich ausgebessert oder repariert, die Übergänge werden fachmännisch angeglichen. Und manchmal ist es besser, eine Gebrauchsspur bewusst zu erhalten.

Diese Philosophie verfolgt Schnabl, der neben „Motorlegenden“ die eigene Fahrzeugaufbereitung „Detailhelden“ auf Basis der eigenen langjährigen Erfahrung gegründet hat und die ebenfalls in Utting am Ammersee räumlich direkt an „Motorlegenden“ angeschlossen ist. Durch die Expertise im Umgang mit hochwertigen und historischen Fahrzeugen kommen auch externe Kunden aller Fahrzeugtypen in den Genuss dort auch ihr eigenes Fahrzeug aufbereiten zu lassen. Erfahrene „Detailing“-Profis, die Detailhelden, kümmern sich um die Aufbereitung von hochwertigen Fahrzeugen bis ins letzte Detail, auch an schwer zugänglichen Stellen wie Motorraum, Lüftungsgitter oder Türfalzen. Es wird intensiv und schonend gereinigt, der Lackglanz optimiert, versiegelt und dadurch langfristig geschützt und konserviert. Bei einer Tiefenreinigung des Innenraums werden Teppiche aufbereitet und Lederflächen optimal gepflegt. Dabei kann entweder ein Sportwagen wieder in den Neuwagenzustand versetzt oder ein Leasingrückläufer kosteneffizient auf die Rückgabe vorbereitet werden, aber eben auch die entsprechende Patina eines Oldtimers an den richtigen Stellen konserviert werden.

„Aufbereitung muss fahrzeug- und wertgerecht erfolgen“, so Schnabl. „Das beste Ergebnis ist nicht automatisch der makelloseste Lack, sondern das richtige Verhältnis zwischen Optik, Originalsubstanz und Werterhalt.“

Quelle: Motorlegenden

Die Redaktion smart-repair.de 03.11.2026
 

Autor: AUTO.net GLASinnovation
Quelle: AUTO.net-GLASinnovation gmbh

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